INFO: Hochfest „Mariä Himmelfahrt“: Das Fest hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es im Jahr 431 eingeführt wurde. Man beging es im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der „Dormitio“, der „Entschlafung“ Mariens, der oströmischen Kaiser Mauritius legte es zum Ende des 6. Jahrhunderts auf den jetzigen Tag. Im 7. Jahrhundert in Gallien als Fest „Aufnahme Mariens“ gefeiert, entwickelte es sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, wurde zunächst in Rom am 15. August begangen und 813 auch in Deutschland eingeführt. Die Kräuter-Segnung ist seit dem 9. Jahrhundert ein fester Brauch in der katholischen Kirche. Kräuter wie Beifuß, Kamille, Pfefferminze und Rainfarn werden zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht, wo sie während des Gottesdienstes gesegnet und im Anschluss daran an die Besucher verteilt werden.
In der römisch-katholischen Kirche ist das Fest Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Das Konzil von Trient (1545-1563) machte dies zum festen Be-standteil der kirchlichen Lehre, Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma „von der ganz-menschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel“. An Mariä Himmelfahrt beginnen in der katholischen Kirche die „Frauendreißiger“ – 30 Tage, in denen oft Marienprozessionen abgehalten wurden. Auch der Gedenktage Mariä Geburt am 8. September fällt in den Zeitraum dieser 30 Tage, die mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen werden.
Kräuterweihe: In dieser Zeit besonderer Marienverehrung wird allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft zugeschrieben. Legenden erzählen, dass die Jünger das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt die Weihe der Kräuter vorgenommen: Aus sieben verschiedenen Kräutern – die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sie-ben Schmerzen Mariens – werden Sträuße aus bis zu 77 verschiedenen Pflanzen gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. Heute wird daraus oft auch der Appell abgeleitet, die Natur in ihrer Schönheit und Heilkraft wieder stärker zu achten.
Feiertag: In Bayern und im Saarland ist Mariä Himmelfahrt Feiertag in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung, in Österreich, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien und teilweise auch in der Schweiz. In der evangelischen Kirche ist Mariä Himmelfahrt kein besonderer Festtag.