„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“
Open-Air-Gottesdienst zu Ehren von Paul Schneider
Unter dem Motto „Mut zum Glauben – Hoffnung für die Welt“ feierte die Paul-Schneider-Gemeinde am Röhrenbrunnen des ehemaligen Dorfes Pferdsfeld einen Open-Air-Gottesdienst zu Ehren ihres Namensgebers. Paul Schneider, der als „Prediger von Buchenwald“ in die Geschichte einging, wurde hier vor 129 Jahren geboren.
Es gehört bereits zur Tradition unserer neu gegründeten Kirchengemeinde, alle zwei Jahre in zeitlicher Nähe zum Geburtstag Paul Schneiders, dem 29. August, in Pferdsfeld einen Gottesdienst zu feiern, auch wenn dies mit einem erheblichen logistischen Aufwand verbunden ist. Rund 100 Christinnen und Christen, darunter auch Karl Adolf Schneider, der Sohn Paul Schneiders und seine Frau, fanden sich zum Gottesdienst ein. Für manchen ehemaligen Pferdsfelder bot dies eine Gelegenheit, Freunde und einstige Nachbarn zu treffen.
Pfarrer Christian Schucht griff in seiner Predigt einen Abschnitt aus der Apostelgeschichte auf, der in einem Wort gipfelt, das für das Handeln Paul Schneiders in der NS-Zeit bestimmend war: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“. Schucht erinnerte an den Theologen und Liederdichter Paul Gerhardt, dessen 350. Todestag die Evangelische Kirche in diesem Jahr gedenkt. Er zog eine Linie zwischen den beiden Männern, die, zeitlich getrennt durch zwei Jahrhunderte, unter staatlicher Autorität für ihren Glauben einstanden und dafür auch in Konflikt mit ihrer Kirche gerieten.
Ein großer Posaunenchor unter der Leitung von Stephan Hausmann und der Gemeinde-Gesang unter der Anleitung von Kantor Gerd-Peter Münden gaben dem Gottesdienst einen feierlichen Rahmen. An der Kaffeetafel und am Transport von Tischen und Bänken wirkten zahlreiche ehrenamtliches Kräfte mit.