Superintendent erinnert an Ausschreitungen in Hoyerswerda vor 35 Jahren

  • 04.09.2026

Vor 35 Jahren griff ein Mob aus Neonazis und Anwohnern in Hoyerswerda tagelang ein Wohnheim für Vertragsarbeiter aus Mosambik und Vietnam sowie eine Unterkunft für Asylbewerber mit Steinen, Eisenstangen und Brandsätzen an. Pfarrer Dr. Christoph Urban erinnert in seinem Videostatement daran, dass die Täter fast ungeschoren davonkamen, und Hoyerswerda nur Auftakt einer Welle rassistischer Gewalt im wiedervereinigten Deutschland war, die mit weiteren Ortsnamen verbunden war, wie Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen. Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg erinnert im Video den Bibelsatz „Einen Fremdling sollst du nicht bedrängen; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid.“ Und er fügt hinzu: „Das ist Mahnung, das ist Auftrag. Und das ist vor allem bleibend aktuell.“

Zu sehen ist das Video auf dem Youtubekanal „Evangelisch in Duisburg“. Infos zum Kirchenkreis, den Gemeinden und Einrichtungen gibt es im Netz unter www.kirche-duisburg.de.

Hier ist der Redetext des Videostatements:

Vor 35 Jahren, im September 1991, wurde in Hoyerswerda ein Flüchtlingsheim angegriffen mit Steinen, Flaschen, Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern. Tagelang. Und Menschen standen davor. Applaudierten. „Ausländerfrei“ – so nannten sie das hinterher. Das Unwort des Jahres.

Der Staat knickte ein. Das Wohnheim wurde geräumt. Die Täter kamen fast ungeschoren davon. Hoyerswerda war der Auftakt einer Welle rassistischer Gewalt im wiedervereinigten Deutschland, die mit weiteren Ortsnamen verbunden ist, wie Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen.

In der Bibel steht ein Satz: „Einen Fremdling sollst du nicht bedrängen; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid.“ Das ist Mahnung, das ist Auftrag. Und das ist vor allem bleibend aktuell.

 

 

  • Rolf Schotsch
  • Red